Barrierefreiheit - gibt es nicht

von Michael Schumacher

Barrierefreiheit - gibt es nicht

Unter dem unglücklich gewählten Begriff Barrierefreiheit versteht man die Eigenschaft einer Internetseite, für möglichst viele Menschen (mit unterschiedlichen Geräten) oder Maschinen, zugänglich zu sein.

Jedoch gibt es die reine Barrierefreiheit nicht. Leider hat sich dieser Begriff immer mehr eingeprägt und auch Agenturen und s.g. Webdesigner buhlen mit diesem Wort um Kunden. Egal wie viel Aufwand Sie auch verwenden wollen, Sie werden es nie erreichen, alle Barrieren einzureißen, die einen Besucher daran hindern können, auf Ihren Inhalt sinnvoll zuzugreifen.

Beispiele für Barrieren:

  • Besucher A kann sich die Inhalte nicht anzeigen lassen, da er einen anderen Browser hat, als vom Entwickler eingeplant war
  • Besucher B kann nicht auf die Inhalte zugreifen, da er JavaScript oder Flash deaktiviert hat
  • Besucher C ist sehbehindert und kann sich die Inhalte nicht von seinem Screenreader vorlesen lassen
  • Besucher D (Suchmaschine) kann den Inhalt der Seite nicht indizieren, da der Text als Grafik eingebunden ist
  • Besucher E — Holländer — ist der deutschen Sprache nicht mächtig

Vielen Kunden scheint es egal zu sein, ob der blinde Besucher C nicht auf seine Inhalte zugreifen kann, denn er ist der Meinung, auf Minderheiten als potentielle Kunden verzichten zu können. Bunte sich bewegende Bilder sind ihnen wichtiger. Kaum ein Gedanke wird daran verschwendet darüber nachzudenken, welche Besucher noch ausgesperrt werden. In Zeiten von iPhones, SmartPhones und Netbooks kann sich diese Unachtsamkeit schnell rächen.

Am Rande: Lassen Sie sich nicht täuschen; es gibt mehr Internetnutzer, die einen Screenreader zum Serven benutzen, als Sie jetzt vielleicht denken. Neben Sehbehinderten gibt es auch Menschen, die ein solches Tool verwenden, da sie die deutsche Sprache nicht lesen können oder es genießen, sich Artikel während des Frühstücks vorlesen zu lassen.

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