Webstandards

von Michael Schumacher

Webstandards

Webstandards sind das solide Fundament für barrierearme Websites. Aber sie helfen Ihnen auch Ressourcen einzusparen. Seit FireFox, Opera oder Safari den Browsermarkt bereichern, erlangen Webstandards endlich die Bedeutung, die ihnen seit ihrer Einführung zustehen — zum Vorteil aller.

Leider verstanden in der Vergangenheit nicht alle Browser diese Webstandards und so entwickelten Webdesigner Möglichkeiten, das vom Kunden gewünschte Layout dennoch zu realisieren. Am besten kann man dies an Hand der Tabelle nachvollziehen.

Eine Tabelle sollte ja eigentlich tabellarische Werte wie z.B. die Bundesligaplatzierungen beinhalten. Ende der 1990er Jahre entdeckte man jedoch, dass Tabellen sich hervorragend zur Platzierung von Elementen eignen und missbrauchte dieses unschuldige Element für die abenteuerlichsten Layoutgestaltungen. Der Nachteil: Da der Inhalt nun in einer Zelle irgendwo in einer tief verschachtelten Tabelle steckte, war dieser für Maschinen nahezu unzugänglich und somit auch für Sehbehinderte, die auf Screenreader angewiesen sind. Dazu kam das eher technische Problem, dass der HTML-Code immer komplexer und undurchsichtiger wurde und somit der Aufwand bei Änderungen schier unendliche Ressourcen verbrauchte. Es gab bestimmt zahlreiche Entwickler, die nach Übernahme eines auf Tabellen basierten Projektes an Suizid dachten.

Diese Zeiten sind jedoch vorbei, da heutige Browser (mit ein paar Ausnahmen) die Webstandards kennen und man sehr bequem Elemente auch ohne Tabellen positionieren kann. Aber leider haben dies einige Webdesigner noch nicht erkannt und entwickeln weiter völlig lernresistent ihre veralteten Tabellenlayouts weiter.

Webstandards

Unter Webstandards versteht man ein Regelwerk des W3C, welches die technischen Voraussetzungen für Websites definiert, damit diese möglichst allen Benutzern des Webs zur Verfügung gestellt werden können. Die Webstandards beinhalten dabei Regeln sowohl für die Syntax/Grammatik als auch für die Semantik von Web-Inhalten, die in (X)HTML und CSS kodiert sind. Außerdem beinhalten sie Empfehlungen, wie das Trennen von Inhalt und Layout einer Seite.

Syntax - Die Grammatik von (X)HTML und CSS

Die Syntax ist vergleichbar mit der Grammatik einer Sprache. Um etwas in einer bestimmten Sprache auszudrücken, muss man sich an die Grammatik der jeweiligen Sprache halten. Unterlässt man dieses, so darf man sich nicht wundern, wenn das Gegenüber die Aussage nicht versteht. Ebenfalls ist die Grammatik für das Setzen von Zeichen verantwortlich, der Interpunktion. Beispiel: "Ich sein ein Texte und dachte, das dass Haus [...]"

Dies gilt aber nicht nur für unsere gesprochenen Sprachen, sondern auch für Programmier- oder Beschreibungssprachen wie (X)HTML. Halte ich mich nicht an das Regelwerk beim Erstellen einer Internetseite, muss ich davon ausgehen, dass das ein oder andere Gerät die Inhalte nicht korrekt zu interpretieren weiß. Liegt ein der Syntax bzw. Grammatik entsprechender Code einer Website vor, so nennt man diesen auch valide.

Die Semantik

Während sich die Syntax um die korrekte Rechtschreibung und Interpunktion kümmert, beschäftigt sich die Semantik mit der korrekten und logischen Verwendung von Satzelementen.

Wie bei einem Buch oder einer Zeitschrift gibt es auch für eine Website vordefinierte (X)HTML-Elemente: Überschriften, Listen, Einleitungstexte, Absätze, Tabellen und vieles mehr. Für jedes dieser Elemente gibt es eine entsprechende standardisierte Auszeichnungsmöglichkeit, mit der man innerhalb einer Internetseite klar definieren kann, was was ist.

Auch wenn eine Seite valide ist, kann sie semantisch unkorrekt sein. Dies geschieht z.B., wenn ein Entwickler aus einem normalen Text (z.B. dem Firmennamen) eine Überschrift macht, um sie im Browser größer wirken zu lassen. Für den normalen Betrachter ändert sich nichts, außer dass der Firmenname nun größer wirkt.Für eine Maschine (Screenreader, Suchmaschine) aber, handelt es sich dann um eine Überschrift, die dann entsprechend behandelt wird.

Warum sollten Sie Webstandards einsetzen?

Durch die standardisierte Umsetzung von Webprojekten erreichen Sie neben eines schlankeren Codes (und damit geringeren Traffics) auch ein sehr strukturiertes und leicht zu durchschauendes Projekt. Bei einer Anpassung vom Design muss die Struktur nicht nochmal verändert werden und umgekehrt. Das macht Sie als Betreiber nicht nur flexibel, sondern reduziert die Einarbeitungszeit eines Entwicklers bei Erweiterungen oder Anpassung. Aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen versichern, dass die Einarbeitung in ein bestehendes Projekt manchmal 50% des gesamten Zeitraums in Anspruch nehmen kann. Dieser finanzieller Verlust lässt sich jedoch in Zukunft vermeiden.

Weitere Vorteile können sich ergeben, wenn Sie Ihren Auftritt möglichst barrierearm halten und somit mehr Besuchern den Inhalt zugänglich machen. Die Basis für einen barrierearmen Auftritt schaffen Sie mit Webstandards.

Suchmaschinen lieben Webauftritte, die gut von Maschinen lesbar sind, somit haben Sie beste Bedingungen für die Suchmaschinenoptimierung und ein gutes Ranking bei Goggle & Co.

Also lassen Sie sich nichts einreden! Ein aufwendiges Design lässt sich auch unter Einhaltung der Webstandards realisieren, auch wenn diverse Agenturen oder s.g. Webdesigner anderes behaupten. Meist mangelt es halt nur an der fehlenden Kompetenz.

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